Saubere Schultoiletten und gute Lernbedingungen – Freie Wähler fordern umfassende Bestandsaufnahme an Offenbacher Schulen
Die Fraktion der Freien Wähler in der Stadtverordnetenversammlung Offenbach fordert eine
umfassende Bestandsaufnahme des Zustands der Toilettenanlagen an allen Offenbacher
Schulen. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen, Missstände zu erkennen und gezielte
Verbesserungen einzuleiten. Ein entsprechender Antrag wurde in die
Stadtverordnetenversammlung eingebracht.
„Der Zustand der Schultoiletten ist kein Nebenthema, sondern ein Gradmesser für
Wertschätzung, Hygiene und Lernklima“, erklärt Dennis Lehmann, Stadtverordneter der
Freien Wähler. „Wenn wir über gute Bildung sprechen, müssen wir auch über die Orte
sprechen, an denen Schülerinnen und Schüler ihren Alltag verbringen. Dazu gehören
selbstverständlich auch die sanitären Anlagen. Wer sich in seiner Schule wohlfühlen soll,
braucht eine saubere und funktionierende Umgebung.“
Die Freien Wähler haben in den vergangenen fünf Jahren regelmäßig Offenbacher Schulen
besucht und sich ein realistisches Bild der Situation gemacht. Dabei zeigte sich ein sehr
unterschiedliches Bild. An der Hafenschule, einem modernen Neubau, sind die Toiletten
grundsätzlich in gutem Zustand, jedoch zeigte sich, dass das Reinigungsintervall noch nicht
optimal an die tatsächliche Nutzung angepasst ist. Ganz anders fiel der Eindruck an der
Rudolf-Koch-Schule aus, wo mit dem Projekt „Lokus im Fokus“ ein beispielhaftes Modell
geschaffen wurde. Hier übernehmen Schülerinnen und Schüler in Zusammenarbeit mit
Lehrkräften Verantwortung für die Sauberkeit und Pflege der Anlagen ein Konzept, das
Respekt, Eigenverantwortung und Bewusstsein für gemeinschaftliches Eigentum stärkt.
Weniger erfreulich war der Besuch an der Anne-Frank-Schule, wo die stark gesicherten
Toilettenbereiche fast an ein Gefängnis erinnern. Diese Maßnahme zeigt, wie schwierig der
Spagat zwischen Schutz vor Vandalismus und einem würdevollen Lernumfeld sein kann.
An der Friedrich-Ebert-Schule wiederum sind die sanitären Anlagen stark veraltet. Die Schule
wartet seit Jahren auf eine umfassende Sanierung ein Zustand, der in einer Stadt wie
Offenbach nicht länger hinnehmbar ist. Besonders erschütternd waren die Beobachtungen an
der Schillerschule, wo mutwillige Zerstörungen, angezündete Handtuchspender und fehlendes
Toilettenpapier zum Alltag gehören. „Das sind keine Zustände, die wir unseren Kindern
zumuten dürfen“, betont Dennis Lehmann. „Es fehlt nicht nur an Ausstattung, sondern auch
an einer klaren Verantwortung für Pflege, Kontrolle und Sanierung.“
Die Freien Wähler fordern, dass der Magistrat einen öffentlichen Bericht über den baulichen,
hygienischen und funktionalen Zustand aller Schultoiletten vorlegt. Dieser soll auch
Reinigungs- und Wartungsintervalle, bestehende Beschwerden, geplante Maßnahmen und
Kosten enthalten. Besonders wichtig sei, so Lehmann, dass die Ergebnisse transparent und
öffentlich zugänglich gemacht werden. „Wir wollen keine internen Verwaltungsberichte,
sondern eine offene Diskussion darüber, wie wir unsere Schulen zukunftsfähig machen
können.“
Felix Feuerstein, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, ergänzt: „Gute Lernbedingungen
beginnen nicht erst im Klassenzimmer. Wer möchte, dass Kinder sich in der Schule
wohlfühlen und Respekt vor ihrem Umfeld entwickeln, muss ihnen auch zeigen, dass die
Stadt Respekt vor ihnen hat. Saubere Toiletten sind Ausdruck dieser Haltung – sie sind kein
Luxus, sondern eine Selbstverständlichkeit.“
Muhsin Senol, betont die Bedeutung pädagogischer Ansätze: „Wir dürfen die Verantwortung
nicht nur auf Reinigungspersonal oder Bauämter abschieben. Wo Schüler mit eingebunden
werden, wie an der Rudolf-Koch-Schule, entsteht ein neues Bewusstsein für Ordnung und
Verantwortung. Diese Projekte verdienen Unterstützung und Nachahmung.“
Auch Jonathan Mendez unterstreicht den praktischen Handlungsbedarf: „An einigen Schulen
sind die Zustände schlicht unzumutbar. Wenn Waschbecken fehlen, Seifenspender zerstört
oder Toiletten dauerhaft verschlossen sind, verlieren wir das Vertrauen von Eltern und
Schülern gleichermaßen. Wir müssen anpacken, nicht abwarten.“
Die Freien Wähler sehen in ihrem Antrag nicht nur ein Signal, sondern den Beginn eines
strukturierten Verbesserungsprozesses. Der Magistrat müsse ein Konzept vorlegen, das
kurzfristige Maßnahmen – etwa durchdachte Reinigung und Ausstattung – mit langfristiger
Planung wie Sanierung und Fördermittelverwendung verknüpft.
Lehmann stellt klar: „Es reicht nicht, einmal im Jahr durchzuwischen. Wir brauchen Standards, die kontrolliert,
umgesetzt und finanziert werden. Es geht um Würde, Gesundheit und Bildungsgerechtigkeit.“
Sollte die Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung dem Antrag nicht folgen, kündigen
die Freien Wähler an, das Thema weiterhin mit Nachdruck zu verfolgen. „Wir werden auch in
der nächsten Legislatur 2026 nicht locker lassen“, so Lehmann. „Durch Anfragen,
Schulbesuche und Öffentlichkeitsarbeit werden wir dranbleiben, bis jede Schule in Offenbach
über hygienische und sichere Toilettenanlagen verfügt.“
Die Freien Wähler sind überzeugt: Saubere Schultoiletten sind kein Detail, sondern ein
Zeichen für den Zustand einer Stadtgesellschaft. „Offenbach darf sich nicht damit
zufriedengeben, wenn Kinder in Schulen gehen, deren Toiletten sie lieber meiden“, fasst
Dennis Lehmann zusammen. „Wir fordern Respekt, Verantwortung und klare Prioritäten –
damit Offenbachs Schulen wieder Orte sind, an denen man sich wohlfühlen kann.“
